Risikogebiet Schweiz: alles Wichtige zur „Zeckenimpfung“

Seit 2014 steigt die Anzahl an FSME-Meldungen (FSME = Frühsommer-Meningoenzephalitis) in der Schweiz stetig an. Übertragen wird das FSME-Virus, welches die Hirnhaut und das zentrale Nervensystem angreifen kann, durch den Stich einer infizierte Zecke. Bei schweren Verläufen der Infektion ist die Prognose schlecht: Annähernd 60 % aller 15-jährigen leiden danach an langwierigen, teilweise sogar dauerhaften Funktionsstörungen. Ist auch die Atemmuskulatur betroffen, müssen Patienten intensivmedizinisch betreut werden. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfiehlt die Zeckenimpfung (FSME-Impfung) deshalb allen Erwachsenen Schweizerinnen und Schweizern sowie für Kinder ab 6 Jahre.

Wussten Sie, dass Zecken Spinnentiere und den Milben übergeordnet sind? 
Die am häufigsten in unseren Breitengraden auftretende Zeckenart ist der Gemeine Holzbock. Weltweit existieren mehr als 900 verschiedene Zeckenarten.

 

Zeckenschutzimpfung: der richtige Zeitpunkt

Die Langzeit-FSME-Impfung besteht aus drei Impfungen. die ersten beiden werden innerhalb eines Monats verabreicht. schon nach der zweiten Impfung gibt es einen zeitlich begrenzten Schutz gegen das Virus. Der optimale Zeitpunkt ist also mindestens einen Monat vor Beginn der Zeckensaison. Diese startet für gewöhnlich im Februar, wenn die Temperaturen die 8 Grad Grenze übersteigen. Der Langzeitschutz besteht allerdings erst nach der dritten Impfung, die fünf bis zwölf Monate nach der zweiten Impfung verabreicht wird. Nach etwa 10 Jahren sollte man die FSME-Impfung wieder auffrischen.

 

Zecken beissen nicht!

Zecken fallen nicht von Bäumen, sondern lauern ihren Opfern im Gras oder Unterholz auf. Und: Zecken beissen nicht, sondern stechen Menschen und Tiere mit einem Stechrüssel (Hypostom), durch den sie Blut saugen.

 

Schützt die Impfung auch vor Borreliose?

Eine Borreliose-Impfung gibt es leider nicht. Mit Zeckenschutzimpfung ist immer die Immunisierung gegen das FSME-Virus gemeint. Borrelien (Borrelia burgdorferi) können das zentrale Nervensystem angreifen, das Herz schädigen und zu Arthrosen, Hautatrophien sowie bleibenden Persönlichkeitsveränderungen beim Infizierten führen. Eine Infektion mit Borrelien muss deshalb unverzüglich mit Antibiotika behandelt werden. Die ersten Symptome einer Borreliose sind Rötungen und Entzündungen der Haut, geschwollene Lymphknoten, Reizbarkeit sowie Schwäche, Abgeschlagenheit und Schmerzen in Kopf und Gliedern.


Neben Borreliose und FSME können Zecken auch Erreger übertragen, die zu Fleckfieber (Rickettsiose) und Ehrlichiose führen.  Eine Ehrlichiose wird von „Ehrlichien“ (eine Bakterienart) ausgelöst und verläuft in den meisten Fällen ohne Symptome. Nur selten kommt es zu Fieber oder Kopf-, Rücken- und Muskelschmerzen.

 


FSME-Impfung: Was zahlt die Krankenkasse?


Die Grundversicherung übernimmt die Kosten für eine FSME-Impfung für Erwachsene und Kinder ab sechs Jahren abzüglich Franchise und Selbstbehalt. Die einzige Voraussetzung für die Kostenübernahme ist, dass der/die Versicherte in einem Risikogebiet wohnhaft ist, für das eine Impfempfehlung vorliegt. Welche Regionen dies sind, erfahren Sie auf der interaktiven Karte des BAG.

 

 

 

Auf einen Blick:

  • Der Begriff “Zeckenimpfung” meint immer die Impfung gegen FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)
  • Eine Impfung gegen Borreliose gibt es nicht
  • Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für eine FSME-Impfung für alle Schweizerinnen und Schweizer ab 6 Jahren, die in einem Risikogebiet mit Impfempfehlung wohnen
  • Nebenwirkungen sind bei der FSME-Impfung in der Regel nicht zu befürchten. Weil der Impfstoff auf Basis von Hühnerzellen hergestellt wird, ist lediglich bei einer schweren  Hühnereiweiss-Allergie Vorsicht geboten

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