Schulden bei Krankenkasse: Erhalt von Leistungen und Wechsel dennoch möglich?

Wer vergleicht, kann sparen: Dementsprechend wollen viele Schweizerinnen und Schweizer ihre Krankenkasse pünktlich zum 31. November kündigen, um zu einer günstigeren Versicherungen oder in ein rabattiertes Modell zu wechseln. Doch was passiert, wenn man noch offene Verbindlichkeiten bei der jetzigen Krankenkasse hat – ist ein Wechsel dennoch möglich? Auch die Frage nach den Leistungen der Grundversicherung bei ausstehenden Prämien beschäftigt viele Personen, die unter finanziellen Schwierigkeiten leiden. 

Ausstehende Prämien keine Seltenheit 

Etwa 166.000 Schweizerinnen und Schweizer können jedes Jahr ihre Prämien nicht zahlen. Das führt zu Rückständen von mehr als 453 Millionen Franken bei den Krankenkassen. Um Druck auf Versicherte auszuüben, setzen einige Kantone die Schuldner deshalb auf eine «schwarze Liste». Daraufhin werden bei diesem Personenkreis nur noch Notfallbehandlungen übernommen. 

«Schwarze Listen» vor dem Aus?

Weil diese Massnahme teilweise ungerecht ist und in vielen Fällen soziales Elend hervorruft, hat die ständerätliche Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit (SGK-S) bereits im April 2020 einen Gesetzesentwurf erarbeitet, der eine Anpassung des Krankenversicherungsgesetzes (KVG) vorsieht: Die schwarzen Listen sollen gestrichen werden.

Eine statistische Auswertung des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) hat ergeben, dass Kantone mit “schwarzen Listen” sogar deutlich höhere Ausstände zu verzeichnen haben als Kantone, die auf solche Listen verzichten.

Wechsel erst nach Tilgung aller Verbindlichkeiten

Schwarze Listen hin oder her: Sind noch Beiträge beim aktuellen Versicherungsunternehmen offen, können Versicherte nicht zu einer neuen Krankenversicherung wechseln. An dieser Voraussetzung soll und wird wahrscheinlich auch nichts geändert werden.

Das Wechselverbot gilt übrigens nicht nur bei ausstehenden Prämien, sondern auch, wenn die Krankenkasse noch eine Kostenbeteiligung ein­fordert. Allerdings muss die Krankenkasse den Betrag bis spätestens Ende November anmahnen. Tut die Versicherung dies nicht, ist der Krankenkassenwechsel trotzdem möglich. 

Franchise- oder Modellwechsel als Lösung?

Ein Wechsel auf eine höhere Franchise, um zukünftig Prämien einzusparen, ist in den Augen der Sozialdienste nicht immer des Rätsels Lösung. Denn im Krankheitsfall muss die Sozialhilfe dann für die hohen Franchisen von bis zu 2500 Franken pro Jahr aufkommen. Allerdings laufen Erhebungen, ob eine höhere Franchise bei Sozialhilfeempfängern nicht doch zu einer effektiven Gesamtersparnis führt.

Der Wechsel in ein alternatives Versicherungsmodell rechnet sich hingegen fast immer. Im HMO-Modell liegen die Prämien etwa 25 % unter denen der Standard-Grundversicherung. Wie bei Wechsel der Versicherungsgesellschaft muss der Krankenkasse auch beim Wechsel des Versicherungsmodells oder einer Verringerung der Franchise bis spätestens 30. November ein Antrag vorliegen. Die Erhöhung der Franchise ist ohne Kündigungsfrist zum Jahreswechsel möglich.

Das könnte Sie auch interessieren:

Immobilien: Versicherungen für Hauseigentümer

Der Mittelpreis pro m² für Häuser in der Schweiz beträgt 2022 etwa 7’339 Franken. Da kommt bei einem klassischen Einfamilienhaus […]

Wichtige Versicherungen für Landwirte / Landwirtschaftsbetriebe in der Schweiz

Die Schweiz beherbergt knapp 5.300 Landwirtschaftsbetriebe. Dieser Pfeiler unserer Gesellschaft benötigt entsprechend einen besonderen Versicherungsschutz. Lernen Sie die wichtigsten Versicherungen […]

Die wichtigsten Versicherungen für Selbstständige in der Schweiz

Hohe Verdienstmöglichkeiten, aber auch ein hohes Risiko: Wer selbstständig ist, sollte sich gut versichern, um eben dieses so klein wie […]

Offerte & Beratung

Schreiben Sie uns oder rufen Sie an. Wir unterstützen Sie beim Abschluss oder Wechsel sämtlicher Versicherungslösungen - unabhängig und kompetent. Kosten entstehen Ihnen für das Einholen einer Offerte und den Abschluss der passenden Versicherung prinzipiell keine - versprochen. Eine Ausnahme bildet die gänzlich optionale Komplett-/Detailberatung. Diese ist aber stets optional und nicht an die Offerten gebunden. Dafür beachten Sie bitte unsere Preisliste.

  • unabhängige Expert:innen
  • keiner Versicherung unterstellt
  • transparente Abrechnung
  • Soforthilfe

Gratis Hotline: 0800 450 550 (Kurzberatung und Anfragen für Detailberatungen)

Kostenpflichtige Hotline: 0900 450 550 (für Detailberatung - einmalig CHF 9.95 + CHF 4.95 / Minute)

E-Mail: info@vergleichscheck.ch (für einzelne Offerten oder anderweitige Auftragserteilungen)

Kostenfreier Service:

  • Telefonische Kurzberatung
  • Bestellung einer Offerte, wenn Sie bereits wissen, von welcher Gesellschaft diese wünschen – ohne Beratung oder Empfehlung

Kostenpflichtiger Service:

Die Preise für unsere optionale Komplett-/Detailberatung mit Empfehlungen und Unterstützung hängen ganz vom gewünschten Umfang ab, dafür beachten Sie bitte unsere Preisliste.

1 Step 1
keyboard_arrow_leftPrevious
Nextkeyboard_arrow_right
FormCraft - WordPress form builder

franziska junghans (4)

Unsere Fachberaterinnen und Fachberater freuen sich auf Sie. Übrigens: Wir sind nicht nur schriftlich und telefonisch, sondern auch vor Ort in der gesamten Schweiz für Sie da.

Franziska Junghans
Vergleichscheck Team

UNABHÄNGIG

Unsere Expertinnen und Experten beraten Sie unabhängig von einzelnen Versicherungsunternehmen.

PERSÖNLICH

Zwar können Sie bei uns viele Prämien online vergleichen. Dennoch steht die persönliche Beratung stets im Vordergrund.

EHRLICH

Wir legen Wert auf unsere Repuation. Ehrlichkeit und Transparenz sind deshalb unser oberstes Gebot.

Diese Seite verwendet Cookies (sowohl essentielle als auch funktionelle und nicht-notwendige Marketing-Cookies), um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung unseres Onlineangebots stimmen Sie dem zu. Weitere Infos zum Datenschutz erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Scroll to Top