Verhütung: Was zahlt die Krankenkasse?

Dass die obligatorische Grundversicherung in der Schweiz nicht gerade viele Leistungen übernimmt und Schweizerinnen und Schweizer sehr viel selbst bezahlen müssen, ist den meisten Bürgerinnen und Bürgern klar. Vergleicht man die Schweiz mit anderen Ländern,  muss hierzulande besonders häufig in die eigene Tasche gegriffen werden. Das gilt auch für Verhütungsmassnahmen. Weder die Grundversicherung noch irgendeine Zusatzversicherung bezahlt die Kosten für Antibabypille, Verhütungsstäbchen und Co.

Antibabypille nicht alternativlos

Die beliebteste Verhütungsmethode nach dem Kondom ist die Antibabypille. Junge Frauen nehmen sie gerne, denn in vielen Fällen wird auch die Haut nach der Einnahme besser. Grund sind die enthaltenen Gestagene, die sich hemmend auf die Talgproduktion auswirken. Vernachlässigt werden leider viel zu häufig die zahlreichen Nebenwirkungen der Pille. Relativ neu ist beispielsweise, dass die Hersteller entsprechender Präparate in den Beipackzetteln vor Depression und Suizidgefahr als mögliche Nebenwirkungen von Antibabypillen warnen müssen. Dass hormonelle Verhütungsmittel mehr als nur Stimmungsschwankungen auslösen können, war 2016 in einer dänischen Studie genauer beleuchtet worden.

Verhütungsmittel im Überblick

Zu den hormonellen Verhütungsmitteln zählt allerdings nicht ausschliesslich die Antibabypille: Auch die Dreimonatsspritze, Hormonpflaster, Hormonspiralen, Vaginalringe und die Minipille sind dieser Kategorie zuzuordnen. Mechanisch und chemisch wirken das Kondom, ein Diaphragma, Kupferspiralen/-ketten sowie Scheidenzäpfchen, Schäume und Gels. Wer auf natürliche Weise verhüten will, greift zur symptothermalen Methode, der Temperaturmethode, einem Verhütungscomputer oder der Kalendermethode.

Pille danach: nur im absoluten Notfall zu empfehlen

Anders als oft behauptet ist die „Pille danach“ keine Abtreibungspille. Vielmehr enthält sie wie viele andere Präparate auch das synthetische Gestagen Levonorgestrel – allerdings in weitaus höherer Dosierung. Weil die Einnahme aufgrund der höheren Dosierung des Hormons stärkere Nebenwirkungen haben kann, sollte man die „Pille danach“ wirklich nur im absoluten Notfall einnehmen. Auch der Menstruationszyklus wird von der „Pille danach“ beeinflusst. Angst vor späterer Unfruchtbarkeit braucht man in der Regel aber nicht haben. Auch bei mehrmaliger Einnahme der „Pille danach“ können Frauen beim Absetzen der hormonellen Verhütung schwanger werden.

“Pille danach” ebenfalls keine Kassenleistung

Präparate wie “NorLevo” und “ellaOne” sind in Verbindung mit einem obligatorischen Beratungsgespräch zwar rezeptfrei erhältlich, müssen jedoch aus eigener Tasche bezahlt werden. Wichtig: Der Kauf der “Pille danach” auf Vorrat (z. B. über das Internet) ist in der Schweiz verboten.

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